Want to know something interesting? die diskussion um medizinisches cannabis als arzneimittel in deutschland gewinnt zunehmend an bedeutung. Viele Patientinnen und Patienten fragen sich: Ist ein persönlicher Praxisbesuch zwingend notwendig, oder reicht eine cannabis beratung per video aus? Mit dem Fortschritt der Telemedizin und digitalen Technologien bieten sich vermehrt Alternativen zur herkömmlichen Sprechstunde an. In diesem Beitrag erläutere ich den aktuellen Stand der digitalen sprechstunde möglich bei der Beratung zu medizinischem Cannabis, wann die telemedizin statt praxisbesuch Sinn macht – und wie Sie Schritt für Schritt zum Rezept gelangen.
Medizinisches Cannabis in Deutschland: Kurzüberblick
Seit 2017 ist die Verschreibung von medizinischem Cannabis in Deutschland grundsätzlich möglich – allerdings unter klar definierten Bedingungen. Cannabis ist ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel und darf nur bei bestimmten Erkrankungen und nach sorgfältiger Prüfung des individuellen Falles verordnet werden.
- Eine ärztliche Indikation ist zwingend erforderlich. Cannabis wird beispielsweise bei chronischen Schmerzen, Multipler Sklerose oder Übelkeit bei Chemotherapie eingesetzt. Die Verordnung erfolgt auf dem regulären Betäubungsmittelrezept (BtM-Rezept) oder dem Muster 16 (Arzneimittel). Das unterscheidet medizinisches Cannabis von Freizeitkonsum. Krankenkassen können unter bestimmten Voraussetzungen die Kosten übernehmen, beispielsweise bei fehlender Erfolgsaussicht anderer Therapien.
Telemedizin bei der Cannabis-Beratung: Was ist möglich?
Die Digitalisierung hat auch im Gesundheitswesen neue Wege eröffnet. Insbesondere bei der Cannabisberatung kann inzwischen eine digitale sprechstunde möglich sein, also eine Videosprechstunde mit Ärztinnen und Ärzten, die auf Cannabis spezialisiert sind.
Hierbei können folgende digitale Tools zum Einsatz kommen:

- Videosprechstunde: Sie sprechen live per Video mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin – ähnlich einem Praxisbesuch, nur bequem von zu Hause aus. Online-Fragebogen: Vor oder nach dem Gespräch füllen Sie detaillierte Fragebögen aus, die Ihre Beschwerden und Vorgeschichte präzisieren. Diese dienen dem Arzt zur besseren Einschätzung.
Vorteile der Telemedizin für die Cannabisberatung
- Keine Anfahrt und Wartezeiten in der Praxis Umfangreiche Vorbereitung durch standardisierte Fragebögen Bessere Dokumentation der Beschwerden und Therapiezielsetzung Möglichkeit, Fachärzte auch außerhalb des Wohnorts zu konsultieren
Wann ist der persönliche Arztbesuch weiterhin nötig?
Auch wenn eine telemedizin statt praxisbesuch oft möglich ist, gilt: Die Entscheidung über die Verordnung von medizinischem Cannabis ist eine ärztliche Prüfung, die je nach Fall einen persönlichen Termin erfordern kann.
Gründe für einen Praxisbesuch können sein:
- Notwendigkeit, körperliche Untersuchungen durchzuführen (z. B. neurologische Befunde) Komplexe Krankheitsbilder, die eine ausführlichere Diagnostik benötigen Erstgespräch, wenn keine Vorbefunde vorliegen Bestätigung der Identität und Unterschrift auf dem BtM-Rezept (gesetzliche Vorgabe)
Schritt-für-Schritt: Von der Anfrage bis zum Cannabis-Rezept per Video
Eine strukturierte Herangehensweise erleichtert die Beratung online erheblich. So kann ein tagestor.de telemedizinischer Prozess typischerweise aussehen:
Online-Fragebogen ausfüllen: Sie geben Ihre medizinische Vorgeschichte, aktuelle Beschwerden und bisherige Therapieversuche an. Hier helfen klare Fragen zum Schmerzbild, Art der Beschwerden oder Begleiterkrankungen. Videosprechstunde vereinbaren: Im Gespräch mit dem Arzt werden die Angaben diskutiert. Die Ärztin kann Rückfragen stellen und Ihre Situation besser einschätzen. Prüfung der Indikation: Nur wenn eine medizinische Indikation vorliegt und alle Kriterien erfüllt sind, erfolgt die Entscheidung zur Verordnung. Ausstellung des Rezepts: Bei positiver Entscheidung stellt die Ärztin das BtM-Rezept aus. Die rechtliche Vorgabe schreibt vor, dass der Patient unter Umständen persönlich das Rezept in der Praxis abholen muss, oder es gibt sichere Versandlösungen. Einlösen in der Apotheke: Das Rezept können Sie in Ihrer Wunschapotheke vor Ort oder Versandapotheke einlösen. Die Krankenkasse wird je nach Fall die Kosten übernehmen.Fehler vermeiden: Keine Angaben zu konkreten Preisen oder Gebühren
Ein häufiger Fehler bei Angeboten zur cannabis beratung per video ist die fehlende Transparenz bei Kosten. Viele Plattformen oder Praxen kommunizieren keine konkreten Preise oder Gebühren für die Telemedizinberatung – das verunsichert Patientinnen und Patienten unnötig.
Realistisch sollten Sie wissen, dass:
- Die Kosten für die Videosprechstunde je nach Anbieter und Umfang unterschiedlich sind (ca. 50–150 Euro pro Termin möglich) Einige Krankenkassen unter bestimmten Voraussetzungen die Kosten für die Beratung und das Rezept übernehmen, insbesondere wenn das Cannabis als Arzneimittel indiziert ist Zusätzliche Gebühren für Versandrezept oder Aktenversand anfallen können
Vertrauen Sie auf transparente Anbieter, die Sie vorab über Kostenstruktur informieren und auch mit Ihrer Krankenkasse klären können.

Tabelle: Übersicht wichtiger Punkte bei der cannabis beratung per video
Aspekt Erläuterung Persönlicher Praxisbesuch Telemedizin / Videosprechstunde Indikation & Ärztliche Prüfung Prüfung ob medizinische Gründe für Cannabis-Verordnung vorliegen Unbedingt erforderlich Ja, mit Online-Fragebogen und Gespräch möglich Körperliche Untersuchung Untersuchungen z.B. neurologisch bei Erstgespräch Notwendig Begrenzt möglich, normalerweise wohl Praxisbesuch Rezeptausstellung Ausstellung Betäubungsmittelrezept oder Muster 16 Meist persönlich, oft Abholung Online möglich, mit Versand/rechtlicher Sicherstellung Kostenerstattung Übernahme durch Krankenkasse bei anerkannter Indikation Möglich Möglich Transparenz der Kosten Preisangaben für Beratung und Rezept notwendig Üblich und transparent Variiert, unbedingt vorab klären!Fazit: Beratung zu medizinischem Cannabis per Video ist oft möglich – aber nicht immer ausreichend
Die telemedizin statt praxisbesuch bei der cannabis beratung per video ist für viele Patientinnen und Patienten eine praktische und zeitsparende Alternative. Mit Hilfe von Videosprechstunde und Online-Fragebogen können zunächst viele wichtige Informationen erfasst und beurteilt werden.
Dennoch sind insbesondere bei der erstmaligen Diagnosestellung oder bei komplexeren Fällen oft persönliche Arzttermine notwendig – vor allem wenn körperliche Untersuchungen und eine sichere Rezeptausstellung zu erfolgen haben.
Wichtig ist, dass Sie bei allen Schritten auf transparente Anbieter achten, die konkret über Kosten und Ablauf informieren und die Abrechnung mit der Krankenkasse unterstützen. So können Sie die Möglichkeiten der Telemedizin besser nutzen und die Versorgung mit medizinischem Cannabis optimal gestalten.